In meinem Buch „Geruch der Erinnerung: Eine Reise durch nachgeträumte Realitäten“ erzähle ich, wie Düfte für mich zu Schlüsseln werden, die die Türen zu detaillierten, geträumten Erinnerungen öffnen. Viele Leser haben mich seitdem gefragt, ob man diese besondere Verbindung zwischen Geruch und Gedächtnis trainieren kann. Meine Antwort ist ein klares Ja! Ein wundervolles und einfaches Werkzeug dafür ist das Führen eines Duft-Tagebuchs. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen eine kleine Anleitung geben, wie Sie selbst zu Chronisten Ihrer eigenen Duft-Erinnerungen werden können.
Ein Duft-Tagebuch ist im Grunde ein Logbuch für Ihre Nase. Es ist ein Ort, an dem Sie die flüchtigen Gerüche des Alltags und die noch flüchtigeren Erinnerungen, die sie auslösen, festhalten. Es geht nicht darum, ein großer Schriftsteller zu sein, sondern darum, ein aufmerksamer Beobachter des eigenen Erlebens zu werden.
So einfach starten Sie Ihr Duft-Tagebuch:
1.Besorgen Sie sich ein Notizbuch: Es muss nichts Besonderes sein. Ein einfaches Heft und ein Stift, den Sie mögen, sind alles, was Sie brauchen. Wichtig ist nur, dass Sie es griffbereit haben, denn Duft-Erinnerungen sind oft scheue Rehe.
2.Werden Sie zum „Duft-Detektiv“: Nehmen Sie sich vor, für einen Tag oder eine Woche ganz bewusst auf die Gerüche in Ihrer Umgebung zu achten. Der Kaffee am Morgen, die Seife im Bad, der Geruch des Regens auf dem Weg zur Arbeit, das Papier eines alten Buches. Unsere Welt ist voll von Düften, die wir meist ignorieren.
3.Halten Sie Ihre „Funde“ fest: Immer wenn Ihnen ein Geruch besonders auffällt oder eine Reaktion in Ihnen auslöst, nehmen Sie Ihr Notizbuch und notieren Sie ein paar Stichpunkte:
- Was rieche ich? Versuchen Sie, den Duft zu beschreiben. Ist er süß, herb, erdig, frisch, künstlich? Woran erinnert er Sie? (z.B. „Geruch von warmem Asphalt und Autoabgasen“)
- Wo bin ich? Notieren Sie den Ort und die Situation. (z.B. „An der großen Kreuzung auf dem Heimweg“)
- Was fühle ich? Welches Gefühl kam spontan auf? Eine unerklärliche Melancholie? Ein plötzliches Gefühl von Freude? Geborgenheit? (z.B. „Ein Gefühl von Aufregung und Sommerferien“)
- Welche Erinnerung taucht auf? Manchmal ist es ein komplettes Bild, manchmal nur ein Blitz. Schreiben Sie alles auf, egal wie unbedeutend es scheint. (z.B. „Musste an die langen Autofahrten in den Urlaub als Kind denken, als wir nachts losfuhren.“)
Sie werden erstaunt sein, wie schnell sich die Seiten füllen und welche Muster sich zeigen. Das Führen eines Duft-Tagebuchs ist eine wunderbare Übung in Achtsamkeit, die Ihre Wahrnehmung für die Gegenwart und Ihre Verbindung zur Vergangenheit schärft. Es ist der erste Schritt auf einer Reise, wie ich sie in „Geruch der Erinnerung“ beschreibe.
Probieren Sie es eine Woche lang aus! Welche vergessenen Geschichten wird Ihre Nase Ihnen erzählen? Ich würde mich riesig freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren teilen!
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